Die Geschichte der NATO im Kalten Krieg

Atomwaffenlager Radolfzell-Stahringen

Das südlichste aller ehemaliger Atomwaffenlager in der Bundesrepublik Deutschland befand sich in Radolfzell-Stahringen.

Wie alle NATO-Truppen in der Bundesrepublik wurden auch die französischen Streitkräfte im Rahmen der NATO-Planung MC 70 mit Atomwaffenträgern ausgestattet. Dies betraf auch die in der Vauban-Kaserne in Radolfzell stationierte Artillerieeinheit 302ème Groupe d'Artillerie des II. Korps (FR), die mit der Kurzstreckenrakete Honest John ausgerüstet wurde. Die dafür vorgesehenen Atomsprengköpfe wurden in dem ab 1960 neu errichteten SAS in der Nähe von Stahringen gelagert. Die US-Kontrolle über die Sprengköpfe stellte das 9th US Army Msl Det, ebenfalls in der Radolfzeller Vauban-Kaserne stationiert, sicher.

Nach dem Auszug der französichen Streitkräfte aus der integrierten Kommandostruktur der NATO erfolgte am 1. Juli 1967 im Rahmen der Operation FAST DRAW der komplette Abzug aller amerikanischen Atomwaffen von den französischen Einheiten in Südwestdeutschland. Ebenso wurden die amerikanischen Bewachungseinheiten abgezogen und anschließend aufgelöst.

Knapp 50 Jahre nach diesen Ereignissen hat sich die Natur das ehemalige SAS Stahringen weitgehend zurückerobert, wie die folgende Bildergalerie zeigt.

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