Die Geschichte der NATO im Kalten Krieg

Atomwaffenlager in der MUNA Urlau

Anfang bis Mitte der sechziger Jahre waren in der MUNA Urlau Atomwaffen für das II. deutsche Korps und die französischen Truppen in Südwestdeutschland gelagert.

Aus Zeitgründen konnten nicht für alle Einheiten, die im Rahmen der NATO-Planung MC 70 mit taktischen Atomwaffen ausgerüstet werden sollten, neue Sprengkopflager errichtet werden. In vielen Fällen wurden auf bestehende Lager zurückgegriffen und diese komplett oder in Teilen für die nuklearen Zwecke im Rahmen von MC 70 genutzt. Dies war auch bei der MUNA Urlau der Fall.

Die Munitionsanstalt wurde 1939 errichtet und diente der Versorgung der Wehrmacht mit Munition. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges waren dort auch tausende von Tonnen chemischer Kampfstoffe gelagert.

Mit Aufstellungsbefehl 606 vom 1. Februar 1959 wurde das Munitionsdepot für die neu aufgestellte Bundeswehr reaktiviert und in großen Teilen neu errichtet. Erste Überlegungen und Planungen für die Nutzung des Urlauer Depots durch die NATO datieren auf Ende 1961. Errichtet und von der NATO abgenommen wurde das im nordöstlichen Teil des Depots angelegte SAS im Jahr 1962.

Involviert in die Belegung mit amerikanische Atomsprengköpfen waren von amerikanischer Seite die 548th USAAG in Seckenheim sowie die 512th USAAG und die 510th Ord Co. in Urlau. Von deutscher Seite war das TrspBtl 82 SW in Kempten mit Bewachungs- und Logistikaufgaben betraut. Nach Fertigstellung des neuen SAS in Riedheim bei Günzburg wurden das Inventar und die Einheiten aus Urlau Anfang 1965 dorthin verlegt. 1972 wurde das SAS Urlau aus dem NATO-Inventar gestrichen.

Das Depot wurde 2007 von der Bundeswehr aufgegeben. Die letzte Munition verließ am 5. Juli 2007 das Gelände. Mit zeitweise 200 Beschäftigten war die Muna Urlau einer der größten Arbeitgeber der Stadt Leutkirch. Nachdem sich ursprüngliche Planungen für die Errichtung eines Großsägewerks auf dem Gelände zerschlagen hatten, soll jetzt dort der Ferienpark Allgäu von der Firma Center Parcs Europe errichtet werden.

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