Die Geschichte der NATO im Kalten Krieg

Ehemalige Pershing-QRA-Site Inneringen

Über das Konzept einer integrierten Luftverteidigung wurde innerhalb der NATO lange gerungen. Erst 1960 wurde das Konzept "The MC-Concept of the Integrated Air Defence System" als MC 54/1 verabschiedet. Danach sollte ein Gürtel von NIKE-Flugabwehrraketenstellungen von der Nordsee bis zum Bodensee aufgebaut werden. Dem sollte ein Gürtel von HAWK-Raketenstellungen vorgelagert werden. Alle NATO-Staaten in Mitteleuropa (sowie die USA) hatten sich daran zu beteiligen. Der Sektor im südlichen Baden-Württemberg fiel den Franzosen zu.

Geplant war, hier 2 Bataillone mit insgeamt 8 NIKE-Stellungen zu dislozieren. Als ein Standort wurde Inneringen (nördlich von Sigmaringen) ausgewählt. Neben Böttingen war dies auch der einzige Standort, der als permanente Stellung fertig ausgebaut wurde. Der Auszug der Franzosen aus der NATO-Integration Mitte der sechziger Jahre beendete das französische Intermezzo in Sachen integrierte Luftverteidigung jedoch vorzeitig. Ein paar Jahre standen die Stellungen in Böttingen und Inneringen anschließend ungenutzt in der Landschaft.

Ab 1969 verwendete die US-Army die Liegenschaften als QRA-Stellungen für ihre neu aufgestellten Pershing Ia-Raketen-Einheiten. Nach Böttingen zog das in Schwäbisch Gmünd stationierte 1st Bn 41st Field Artillery Regiment und nach Inneringen (Fort Black Jack) das in Neu-Ulm stationierte 1st Bn 81st Field Artillery Regiment.

Im Jahr 1974 gab es einen Wechsel. Das Neu-Ulmer Bataillon zog in die neu aufgebaute QRA-Stellung Ketterhausen um und das Bataillon aus Schwäbisch Gmünd zog von Böttingen nach Inneringen. Im Zuge der Umrüstung auf Pershing II-Raketen wurde der Standort Inneringen zum 1. Juli 1983 von der US-Army aufgegeben. Heute wird das Gelände als Gewerbegebiet genutzt.

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